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Kategorie-Archiv: Sooc13

#sooc13 vorbei. Was bleibt?

Der Sooc ist seit gut einer Woche vorbei, die Schulferien stehen auch an. Da hat man Zeit, mal drüber nachzudenken, was hängen bleibt und bleiben wird.

Dank der guten Resonanz des Wissensbuchs werde ich das wohl auch weiterhin betreiben. Derzeit schaue ich mit meinen Nachhilfeschülern, was sie im nächsten Jahr erwarten wird, gestalte das ganze als Mindmap und nehme ihnen so ein wenig die „Angst“ vor der offensichtlichen Menge des Wissens, indem ich die Toolbox und die informative Seite aufschlüssele und zeige: Das sind nur einzelne Probleme, die man alle bekämpfen kann, indem man sie durchdenkt. Klappt so lala, man isst lieber Eis. 😉

Generell hoffe ich, mir zumindest meiner eingesetzten Mittel bewusster geworden zu sein, um auch zu schauen, ob das nicht auch anders geht. Insgesamt freut es mich immer, wenn ich für ein bestimmtes Thema eine neue Herangehensweise finde. Die kommt dann einfach in meine Toolbox und wird abgeheftet, um sie dem Schüler dann irgendwie zu vermitteln. Beispielsweise zeigte mir letztens einer meiner Schüler ein Buch, in dem die Berechnung der Hoch- und Tiefpunkte anhand der notwendigen und hinreichenden Bedingungen erläutert wurde. Daneben war ein Bild von Smilies: Negativer Smilie, negative Beschleunigung, das Gesicht beschreibt einen nach unten geöffneten Bogen -> Hochpunkt. (Und positiver… etc.) Fand ich klasse, kam gleich in meine Sammlung von  gut zu merkenden Eselsbrücken. Ob das bereits „Wissensmanagement“ ist oder nicht, mögen mir Experten (nicht) erklären, für mich ist es der Anfang einer guten Idee.

Das Konzept des MooC an sich fand ich auch sehr interessant, ich hatte damals den MMC13 nur am Rande verfolgt und die Idee klang verlockend. Der Sooc kam dann passend – und das Thema passte auch gut rein, auch wenn ich nicht hundertprozentig wusste, was mich erwartet. Nach diversen EduCamps war mir aber klar, dass man einfach mal mitmachen muss, um es zu erfahren. Als (angehender) Lehrer fand ich auch nicht jedes Thema ansprechend, wollte aber letztendlich immer den Nutzen als Lehrer herausziehen, was mir hoffentlich irgendwie gelungen ist, siehe Lernen 2.0 in Unternehmen. Auch ohne CP wollte ich mir zumindest Gedanken machen.

Was bleibt noch so? Nun, ich habe (wieder) Lust am Bloggen und werde das hoffentlich auch weiterhin betreiben. Twitter nutze ich sowieso täglich mehrfach als Anreizesammler und Informationsquelle. Dank Einbindung der Instagram-Bilder werde ich ohnehin regelmäßigen neuen Content auf den Blog bringen. Auf lange Sicht erhoffe ich mir, das zumindest so weit zu bringen, dass ich auch digital erstellte Inhalte veröffentlichen kann – eventuell auch OER, wenns denn (in meinen Augen) dafür taugt. Die Zeit wirds zeigen, ob gute Vorsätze was wert sind. 🙂

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#sooc13: Nach „Lernen 2.0 in Unternehmen“ – Was sollte die Schule mitbringen?

Nachdem ich gestern dann doch Zeit hatte (Sommerloch existiert auch in Schulen…), dem Livestream zu lauschen, ging mir doch einiges anschließend durch den Kopf.

Thema des Livestreams mit Ellen Trude war „Lernen 2.0 in Unternehmen“. Gut, nicht ganz mein Thema als Lehrer, aber die Idee ist sinnvoll: In Unternehmen finden Fortbildungen statt, diese sollten möglichst gut aufbereitet sein. Das große „2.0“ ist dort auch gut angesetzt, immerhin sind Schulungen per Computer mittlerweile vermutlich normal und auch gut umsetzbar. Denkt man sich. Letztendlich machte Ellen aber auch gut klar, dass das schon gute Kompetenzen erfordert und insgesamt auch Arbeit bedeutet, unter anderem auch, weil die „Lehrenden“ gerne auf 1.0 zurückspringen, zumindest gedanklich. Die Diskussion dazu im Chat war auch angeregt und ich schmiss auch in den Raum: Muss Schule dann in Zukunft eher Methoden lehren, um sich Wissen anzueignen, und nicht nur stupide auf Inhalte gehen? (Bzw. noch mehr als jetzt, um die Aussage nicht ganz böse dazustellen.)

Als Mathe-Chemie-Lehrer bin ich eh ein großer Feind des „lerne auswendig, ist toll, hilft viel“ Prinzips. Ich versuche immer, meinen Schülern das Verständnis zu einer Formel zu geben, die Formel steht sowieso im Tafelwerk bzw. ist schnell gelernt. Was hilft mir das Wissen, wenn ich es nicht anwenden kann? (Übrigens schöne Überleitung zu meinem Wissensbuch…)

Die Frage ist, ob dadurch dann nicht allgemein auch sehr am Schulsystem gekippt werden muss. Natürlich sind Daten wichtig. Es ist durchaus sinnvoll zu wissen, dass der dreißigjährige Krieg nicht im 19. Jahrhundert war und dass Alexander nicht die Elefanten über die Alpen brachte. Darüber hinaus müssen Daten aber auch gekoppelt werden: Warum ist das wichtig? Hat das eine Bedeutung für die Zukunft gehabt? Ist Thales nicht nur ein toller Hecht wegen seines Kreises, sondern gerade in Kombination mit Pythagoras richtig genial?

Das Problem, was ich sehe, sind die 30 Leute vor mir: Alle Schülerinnen und Schüler sind Individuen und haben einen anderen Zugang zu Daten. Ich muss ihnen die Daten erstmal einfüllen, danach dann schauen, inwiefern ich sie locken kann, diese zu verknüpfen. Schwierig. Wie gesagt, als Naturwissenschaftenlehrer hab ich da vermutlich einfachere Möglichkeiten bzw. sauge mir eher mal ein Beispiel aus den Fingern als es bei anderen Fächern der Fall sein könnte. Dennoch befürchte ich, dass gerade die Frage, wie man in der Schule lernt, darüber entscheidet, ob und wie man noch im späteren Berufsalltag lernen möchte. Auch die Idee, die Netzwerke zu nutzen, die bereits verwendet werden, ist für mich eine entscheidende Sache, siehe Facebookeritis-Post von mir: Natürlich kann ich eigene Systeme verwenden, aber zum Publizieren sollte ich die Dienste nutzen, wo ich meine „Kundschaft“ erreiche, also meine Schüler. Das ist in Betrieben wohl nicht anders.

Insgesamt war es wieder ein sehr spannender Livestream, der wieder genug zum Weiterdenken mitgegeben hat…

#sooc13: Urheberrecht, Datenschutz, Facebookeritis und andere ansteckende Krankheiten

„Du hast ja noch gar nichts selber geschrieben.“ „Aber kommentiert!“ „Naja, aber eigentlich…“

Gut, stimmt schon, man kann auch selber was schreiben.

Die dritte Themenwoche des SooC behandelt ein Thema, was auch schon lange im EduCamp heiß diskutiert wird: Was tun mit den Inhalten, die wir so erstellen? Sollen wir die veröffentlichen, wenn ja, in welcher Form? OER (Open Educational Resources) hing da im Raum, ebenso die Frage, welche Plattformen man zur Verbreitung nutzen kann.

Das Interview mit Jöran Muuß-Merholz habe ich mir hinterher mit großem Interesse angesehen. Die Facebook-Debatte, die sich daraus entwickelte, fand ich durchaus … witzig. Es waren die gleichen Schwierigkeiten, die ich damals hatte, als ich meinen Facebook-Account reaktivierte (eigentlich hatte ich ja gehofft, er wäre gelöscht…), um mich für meine Schüler wieder „findbar“ zu machen.

Hintergrund: Ich gebe seit mittlerweile über 10 Jahren Nachhilfe in Mathe, Chemie und Physik. Im Laufe der Zeit haben sich die Kommunikationsmittel, die die Schüler gerne selber benutzen, stark gewandelt. Anfangs riefen noch die Eltern an, schrieben Mails… nach und nach wurden die Schüler aktiver, schreiben auch mal direkte Fragen. Ich gebe seit jeher auch meine ICQ-Nummer mit an, habe für die Schüler eine eigene Gruppe eingerichtet. Facebook lief damals als Plattform neben StudiVZ für mich zur eigenen Kommunikation, letztendlich wollte das aber im Freundeskreis kaum einer nutzen. Das Argument, damit im „Kontakt mit alten Freunden“ zu bleiben, blieb bei mir nicht hängen, definiere ich Freundschaft doch anders als mit alljährlichen Gruschelattacken. Facebook konnte also weg…

… bis ich auf meinem ersten EduCamp in eine Debatte geriet, inwiefern Facebook genutzt werden kann. Wichtigste These, die ich dort mitbekam: „Hole die Schüler dort ab, wo sie bereits sind.“ – das ist derzeit Facebook, auch wenn sich das langsam zu wandeln scheint.

Meine Idee dabei: Ich bin da, aber bin größtenteils passiv. Ich lasse mich anschreiben, ich lasse mich als Freund einladen. Ich betrete keine Gruppen, sofern es sich vermeiden lässt. Ich poste so gut wie nie auf die Boards meiner Schüler. Ich habe „Öffnungszeiten“, in denen ich reagiere. Wenn ich auf dem Facebook-Kanal nicht reagiere, wissen meine Schüler, wie sie mich sonst noch bekommen können – zu bestimmten Uhrzeiten.

Grundlage dabei ist, den Schülern ihren Wohlfühlraum zu lassen. Ich will die Schüler nicht beeinflussen, wie sie ihre Aufgaben erledigen, Hauptsache sie tun es. Wenn sie es in ihrer Gruppe ausdiskutieren, freut mich das, wenn sie abschreiben wollen.. nun ja, dann sind die Aufgaben immerhin gemacht – und der Schüler musste ja durchs Abschreiben auch den Lösungsweg notieren, auch dabei bleibt was hängen. (Sonst würden Unis ja nicht so dermaßen aufs Abschreiben abfahren… *duckt sich*)

Das beste Beispiel habe ich schon in einem anderen Blog erwähnt: Einer meiner Schüler zog derbe über meine Kollegin ab, die mit mir im Gespräch war. Öffentlich über seinen Facebook-Kanal. Ich las mit, meine Kollegin schmiss ihn raus, der Vater kam hoch, fragte nach, was das solle… und zog wütend wieder ab, als wir ihm den Text zeigten. Einen Tag später war der Text gelöscht, der Schüler hatte eine neue Gruppe angelegt, in die er „offizielle“ Freunde ablegte. Meine Reaktion? Ich brachte in der nächsten Gruppenstunde, in der jener Schüler auch anwesend war, eine Viertelstunde das Thema „Organisation von Gruppen in Social Networks wie Facebook“ auf den Tisch. Machte klar, dass wir „Lehrer“ auch nur „Menschen“ sind – und mitlesen können, wenn sie es nicht einstellen.

Meine Mutter sagte damals etwas wunderschönes: „All die schmutzigen Wörter bleiben draußen, sowas will ich Zuhause nicht hören.“ Meine Agenda im Internet ist ebenso simpel: „Schreibe nix, was deine Mutti nicht lesen sollte.“

Ich bin ein Fan von OER, habe leider bisher aber kaum Zeit dafür gehabt, selber welche zu erstellen. Mein Blog läuft unter CC-Lizenz, weil ich denke, dass Inhalte, die ich poste, auch geteilt werden sollten. Meine Instagram-Bilder sind ebenso unter CC-Lizenz. In der Naturwissenschaft lernt man ohnehin, dass Wissen frei ist. Der Umgang damit ist denke ich das entscheidende Kriterium, was aus freien Inhalten gute Bildung macht. Facebook hat Potential. Google+ auch, Moodle-Systeme ebenso, auch wenn mein eigenes Moodle keinerlei Zuspruch bei meinen Schülern erhielt.

Auch im späteren Berufsleben werde ich weiterhin Aufgaben über den Blog verlinkt auf Facebook und anderen Netzwerken posten, Bilder der Tafel (bzw. die Präsentationen der digitalen Tafel) veröffentlichen und auf Fragen antworten, sofern es die Zeit hergibt. Immer mit einem Öffnungsschild davor und einem Regelwerk im Hintergrund, damit klar wird: Ich bin hier, wenn ich es will.

#sooc13: mein persönlicher Werkzeugkasten

Diese Woche geht es im SooC13 um die persönlichen Tools, die man zum Organisieren nutzt.

Seit knapp anderthalb Jahren habe ich jetzt mein Smartphone. Vorher habe ich mich knallhart geweigert, digitale Hilfsmittel – von solchen Sachen wie pseudodigitalen Mitteln ala Word, Freemind etc. abgesehen – zu nutzen. Als dann mein Handy kaputt ging und ich mir das Smartphone kaufte, dachte ich mir: Wenn schon, denn schon… und wurde zum Suchti.

Im täglichen Gebrauch sind dabei mindestens Google Hangout, Google Plus, Facebook, ICQ und natürlich mein Emailprogramm. Diese Tools sind zur reinen Kommunikation für mich im Grifffeld und damit lebenswichtig, denn Unterricht lebt von der Kommunikation. Meine Schüler sind teilweise schon geschockt, wenn ich ihnen innerhalb von 5-10 Minuten antworte, das sind sie nicht gewohnt. Ich finds schön, wenn ich mit solch banalen Mitteln für große Augen sorgen kann.

Darüber hinaus nutze ich mittlerweile dank meiner digital agilen Freundin auch Pocket (Speicherung von Links zum späteren Durchlesen), Delicious bzw. Droidicious zum Taggen von Websites und damit einfacheren Wiederfinden, Evernote als digitaler Notizzettel mit diversen Optionen sowie diversen Tools zum Abspeichern in Clouds, u.a. Google Drive und Dropbox, je nachdem, was mein Schüler nutzt.

Als ich mir also die Top 100 Tools for Learning ansah, freute ich mich schon, vieles zu sehen, was mir bekannt ist. Youtube als „persönliches“ Tool nutze ich nicht, ich verlinke aber gerne. Prezi kenne ich, ist mir aber für den Unterricht zu fusselig. Dann fiel mir wieder ein, was wir auf dem EduCamp Hamburg gemacht haben: Rumspaßen mit neuen Ideen!

Konkret fiel mir die Arbeit mit Vine ein. Diese App unterstützt Aufnahmen in einer Länge, die bei jedem Schüler dafür sorgt, dass er sie bis zu Ende schaut: 6 Sekunden. Ja, nicht viel. Aber in den ersten 10 Sekunden entscheiden wir doch meist eh, ob wir das Video bis zum Schluss schauen. Diese Videos sind noch kürzer – und damit garantiert geschaut. Seit kurzem gibt es die App auch für Android. Feldversuche folgen diese Woche.

Insgesamt muss ich sagen, dass die meisten Tools sich darauf stützen, Wissen thematisch zu sortieren und damit abspeicherbar zu machen. Ich bin großer Fan der Idee und versuche das ja mittlerweile auch durchs Fotografieren der Tafelbilder (siehe Bilder im Blog). Wenn wir es als Lehrer schaffen, den Schülern diese Tools beizubringen, haben wir vermutlich gewonnen. Und so mancher Schüler kann uns sicher auch was beibringen…

#sooc13: Wissenskarten und Wissensbücher für den Unterricht

Nachdem am Freitag die Livesession mit Gabriele Vollmar lief, zu der ich es dann doch schaffte (endlich, die erste Livesession, die ich live erlebte!), gingen mir diverse Fragen durch den Kopf. Frau Vollmar sprach über Wissensmanagement, über Kompetenzen, über eine eigene Einschätzung per Kompetenzrad und darüber, dass es durchaus helfen kann, die eigenen Grenzen zu kennen.

Meine Überlegung war: Schön, gut, ich weiß nicht alles. Aber was fange ich damit konkret an, und nicht nur im Kollegium?

Meine erste Idee war: Wissensorganisation. Jeder Schüler kennt die vielen Abschreibearbeiten des Mathelehrers, die Herleitung von Beweisen etc. – man schreibt mit, wechselt zwischendurch im Schuljahr dann das Heft… wo stand das noch? Ist doch auch egal. Spätestens bei der Abschlussklausur (ZAP 10, Abi…) wäre das ganz gut zu wissen.

Hier betreibe ich mittlerweile in der Nachhilfe das Konzept, dass ich meine Schüler die Seiten getrennt gebe, teilweise aufs Abschreiben verzichte und sie lieber abfotografieren lasse – ich will ihre Aufmerksamkeit, nicht ihren ewig schreibenden Füller. Die Schüler sollen mitdenken, nicht mitschreiben. Manchmal lässt sich das ja kombinieren, ich weiß…

Die Idee dazu ist, sich hinterher die Merkzettel (und Fotos) in eine Art „Wissensbuch“ zu packen, sodass sie wie in einer Formelsammlung die Seiten thematisch strukturieren und so einfach nur noch nachschlagen müssen, wie das ging. Das ganze kann man dann auch beliebig durch eigene Kommentare, Beispielaufgaben etc. erweitern. Letztendlich entsteht so im schlimmsten Fall mehr Abfall, im besten Fall ein Kompendium des Wissens – entschlackt auf den Anspruch „Arbeit bestehen“.

Meine zweite Idee war, dass man das ganze durchaus auf eine Wissenskarte für den Unterricht übertragen kann. Jeder Schüler soll(te) sich selbst einschätzen können, zur Not kann man das in einer kurzen Diskussion auch zusammen einstufen. Diese Informationen kommen grob strukturiert auf eine Liste, sozusagen eine Art Sitzplan des Wissens in der Klasse. Danach kann man dann – gezielt auch für Gruppenunterricht – die Gruppen so gestalten, dass die Kompetenzen gemischt werden. Ziel: eine breitere Wissensverteilung.

Da ich Pragmat bin, kamen mir auch diverse Gegenargumente in den Kopf. Schüler sind Menschen und Menschen sind Freaks. Natürlich sind Gruppen nicht einfach „wahllos nach Kompetenz“ zusammensetzbar, durch genug (Anti-)Sympathien bekommt man so nie eine „runde“ Gruppe zustande. Mir hilft es natürlich enorm, dass in der Nachhilfe gezielt (naja, ich mach mehr Oberstufenstoff… aber wir nennen sie mal) Kinder sitzen, deren Motivationsproblem weeeeeit nach hinten verlagert sein sollte. Insofern darf ich auch davon ausgehen, dass sie nicht sonderlich murren, wenn ich sie thematisch gruppiere und strukturiere.

Im Klassenverband der kannibalischen Kleinbürgerschaft sieht das schon etwas anders aus. 30 Schüler zu sortieren, zusammenzufassen NUR nach Kompetenz scheint mir selber auch zu utopisch. Aber auch in einem Klassenverband gibt es durchaus Möglichkeiten, zumindest auf Akzeptanz zu hoffen. Meine angestrebten Gruppen sollten ohnehin nicht mehr als 3-4 Schüler beinhalten, die Themen sind bei mir wie oben erwähnt meist eh relativ „starr“ – da funktioniert das leichter.

Spannende Frage: Macht das einer so schon? Gibt es dafür einen guten Fahrplan? Ist das totaler Quatsch?

#sooc13: … bloggen meine Profs eigentlich?

In der aktuellen Runde behandelt der sooc13 die durchaus relevante Frage: Warum bloggen Professoren eigentlich?

Nun bin ich kein Professor, lese aber hin und wieder diverse Blogs, auch von „Menschen in der universitären Lehre“. Meine eigenen Professoren gehören allerdings nicht dazu.
Mein eigenes Problem – neben dem inneren Schweinehund – ist größtenteils ein Zeitproblem. Die schiere Menge der  Informationen würde ein Filtern erfordern, wofür ich dann Zeit bräuchte, die ich nicht habe(n will).

Warum lese ich dennoch diverse Blogs? Nun, größtenteils sind das solche, die sich thematisch mit der Lehre und interessanten Ideen zur Wissensvermittlung beschäftigen. Die überfliege ich zumindest und halte sie im Zweifelsfall in Pocket ab.

Scheiben „meine“ Professoren selbst? Gute Frage, die mich im Studium nie gekümmert hat. Meine private Digitalisierung, um das mal so auszudrücken, ist noch nicht so lange her und als Student fehlte mir da erst recht die Zeit für. Heute freue ich mich über den zusätzlichen Input. Und versuche selbst, ein Teil der Datenflut zu werden. Irgendwie paradox.

#sooc13: Konnektivismus erleben

Konnektivismus. Mächtiges Wort. Wie vernetzt sind wir heute eigentlich? Und kann ich das effektiv ausnutzen? Denn, sind wir mal ehrlich, letztendlich geht es doch darum.

Beim #sooc13 geht es diese Woche um Konnektivismus. Wie schnell komme ich über meine Netzwerke an  Informationen? Die eigentliche Aufgabenstellung war: nutze die zufällige Artikelwahl bei Wikipedia und versuche dann, Kanäle wie Twitter zu nutzen, um jemanden zu finden, der sich damit auskennt.

Ich muss sagen, dass ich wohl etwas Glück hatte, wenn ich mir andere Blogeinträge ansehe. Mein Thema: Gasturbinenkraftwerke.

Jetzt ist es allerdings so, dass ich zur seltenen Gruppe der PC Spieler gehöre. Da ich abends bei laufendem TeamSpeak (Stimmübertragung mit Chatrooms, meist private Server) den Zufallsartikel fand und mein Mikro eingeschaltet war, fand ich einen anderen Kanal als Twitter.
„Gasturbinen? Kenn ich, ich arbeite bei einer Firma, die welche herstellt.“ „Ich arbeite im Kohlekraftwerk, da geht das ähnlich.“ „Ich bin Ingenieur, was willste wissen?“

Konnektivismus halt. In erschreckendem Tempo, Dank viel Glück. Nach kurzer Aufklärung, dass ich das „nur für einen Kurs“ erfragte und eigentlich nix wissen will, folgte nach einer kurzen Phase der Ernüchterung eine kleine Welle der Informationsflut: man tauschte sich aus, fragte nach, wer was macht, wo man her kommt… die Anonymität des Internet brach kurz zusammen. 🙂

Im Feedback des #sooc13 las ich jetzt mehrfach, dass es durchaus schwierig sein kann, an Hilfe oder Infos zu kommen. Im Nachhinein gesehen hatte ich natürlich Glück. Aber auch in der Vergangenheit gab es Situationen, die in Bezug auf Vernetzung durchaus interessant sind:

Als ich in meine WG einzog, musste ich die Küche komplett alleine anschließen – die restlichen WG-Teilnehmer zogen nach mir ein. Als ich im Chat eines Spiels von meinem Leid klagte, dass der Wasseranschluss so nicht klappt, fand sich ein Klempnermeister in meiner Gilde. Nach kurzem Datenaustausch (Mailadresse, Fotos, Anschrift) bekam ich nicht nur die Info, wie ich den Kram anschließe – Ich bekam Post mit den fehlenden Teilen.

Eines Abends sprach mich jemand aus meiner Gilde an. (Andere Gilde, anderes Spiel, Jahre später…) Er mache eine Fortbildung zum Strahlenschutztechniker, ob ich ihm nicht beim Teil mit Physik und Chemie helfen könne.

Ich denke, wenn wir unsere kleine Internetblase, die uns umgibt, wirklich abmessen, werden wir merken, wie groß die eigentlich ist – und wie sehr sich die Blasen überlappen.