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#sooc13: Nach „Lernen 2.0 in Unternehmen“ – Was sollte die Schule mitbringen?

Nachdem ich gestern dann doch Zeit hatte (Sommerloch existiert auch in Schulen…), dem Livestream zu lauschen, ging mir doch einiges anschließend durch den Kopf.

Thema des Livestreams mit Ellen Trude war „Lernen 2.0 in Unternehmen“. Gut, nicht ganz mein Thema als Lehrer, aber die Idee ist sinnvoll: In Unternehmen finden Fortbildungen statt, diese sollten möglichst gut aufbereitet sein. Das große „2.0“ ist dort auch gut angesetzt, immerhin sind Schulungen per Computer mittlerweile vermutlich normal und auch gut umsetzbar. Denkt man sich. Letztendlich machte Ellen aber auch gut klar, dass das schon gute Kompetenzen erfordert und insgesamt auch Arbeit bedeutet, unter anderem auch, weil die „Lehrenden“ gerne auf 1.0 zurückspringen, zumindest gedanklich. Die Diskussion dazu im Chat war auch angeregt und ich schmiss auch in den Raum: Muss Schule dann in Zukunft eher Methoden lehren, um sich Wissen anzueignen, und nicht nur stupide auf Inhalte gehen? (Bzw. noch mehr als jetzt, um die Aussage nicht ganz böse dazustellen.)

Als Mathe-Chemie-Lehrer bin ich eh ein großer Feind des „lerne auswendig, ist toll, hilft viel“ Prinzips. Ich versuche immer, meinen Schülern das Verständnis zu einer Formel zu geben, die Formel steht sowieso im Tafelwerk bzw. ist schnell gelernt. Was hilft mir das Wissen, wenn ich es nicht anwenden kann? (Übrigens schöne Überleitung zu meinem Wissensbuch…)

Die Frage ist, ob dadurch dann nicht allgemein auch sehr am Schulsystem gekippt werden muss. Natürlich sind Daten wichtig. Es ist durchaus sinnvoll zu wissen, dass der dreißigjährige Krieg nicht im 19. Jahrhundert war und dass Alexander nicht die Elefanten über die Alpen brachte. Darüber hinaus müssen Daten aber auch gekoppelt werden: Warum ist das wichtig? Hat das eine Bedeutung für die Zukunft gehabt? Ist Thales nicht nur ein toller Hecht wegen seines Kreises, sondern gerade in Kombination mit Pythagoras richtig genial?

Das Problem, was ich sehe, sind die 30 Leute vor mir: Alle Schülerinnen und Schüler sind Individuen und haben einen anderen Zugang zu Daten. Ich muss ihnen die Daten erstmal einfüllen, danach dann schauen, inwiefern ich sie locken kann, diese zu verknüpfen. Schwierig. Wie gesagt, als Naturwissenschaftenlehrer hab ich da vermutlich einfachere Möglichkeiten bzw. sauge mir eher mal ein Beispiel aus den Fingern als es bei anderen Fächern der Fall sein könnte. Dennoch befürchte ich, dass gerade die Frage, wie man in der Schule lernt, darüber entscheidet, ob und wie man noch im späteren Berufsalltag lernen möchte. Auch die Idee, die Netzwerke zu nutzen, die bereits verwendet werden, ist für mich eine entscheidende Sache, siehe Facebookeritis-Post von mir: Natürlich kann ich eigene Systeme verwenden, aber zum Publizieren sollte ich die Dienste nutzen, wo ich meine „Kundschaft“ erreiche, also meine Schüler. Das ist in Betrieben wohl nicht anders.

Insgesamt war es wieder ein sehr spannender Livestream, der wieder genug zum Weiterdenken mitgegeben hat…

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Eine Antwort zu “#sooc13: Nach „Lernen 2.0 in Unternehmen“ – Was sollte die Schule mitbringen?

  1. Pingback: Themenblock IV – Spannende Live-Session und nahender Abschied | Lernen 2.0: Persönliches Lern- und Wissensmanagement mit Social Media

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