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#sooc13: Konnektivismus erleben

Konnektivismus. Mächtiges Wort. Wie vernetzt sind wir heute eigentlich? Und kann ich das effektiv ausnutzen? Denn, sind wir mal ehrlich, letztendlich geht es doch darum.

Beim #sooc13 geht es diese Woche um Konnektivismus. Wie schnell komme ich über meine Netzwerke an  Informationen? Die eigentliche Aufgabenstellung war: nutze die zufällige Artikelwahl bei Wikipedia und versuche dann, Kanäle wie Twitter zu nutzen, um jemanden zu finden, der sich damit auskennt.

Ich muss sagen, dass ich wohl etwas Glück hatte, wenn ich mir andere Blogeinträge ansehe. Mein Thema: Gasturbinenkraftwerke.

Jetzt ist es allerdings so, dass ich zur seltenen Gruppe der PC Spieler gehöre. Da ich abends bei laufendem TeamSpeak (Stimmübertragung mit Chatrooms, meist private Server) den Zufallsartikel fand und mein Mikro eingeschaltet war, fand ich einen anderen Kanal als Twitter.
„Gasturbinen? Kenn ich, ich arbeite bei einer Firma, die welche herstellt.“ „Ich arbeite im Kohlekraftwerk, da geht das ähnlich.“ „Ich bin Ingenieur, was willste wissen?“

Konnektivismus halt. In erschreckendem Tempo, Dank viel Glück. Nach kurzer Aufklärung, dass ich das „nur für einen Kurs“ erfragte und eigentlich nix wissen will, folgte nach einer kurzen Phase der Ernüchterung eine kleine Welle der Informationsflut: man tauschte sich aus, fragte nach, wer was macht, wo man her kommt… die Anonymität des Internet brach kurz zusammen. 🙂

Im Feedback des #sooc13 las ich jetzt mehrfach, dass es durchaus schwierig sein kann, an Hilfe oder Infos zu kommen. Im Nachhinein gesehen hatte ich natürlich Glück. Aber auch in der Vergangenheit gab es Situationen, die in Bezug auf Vernetzung durchaus interessant sind:

Als ich in meine WG einzog, musste ich die Küche komplett alleine anschließen – die restlichen WG-Teilnehmer zogen nach mir ein. Als ich im Chat eines Spiels von meinem Leid klagte, dass der Wasseranschluss so nicht klappt, fand sich ein Klempnermeister in meiner Gilde. Nach kurzem Datenaustausch (Mailadresse, Fotos, Anschrift) bekam ich nicht nur die Info, wie ich den Kram anschließe – Ich bekam Post mit den fehlenden Teilen.

Eines Abends sprach mich jemand aus meiner Gilde an. (Andere Gilde, anderes Spiel, Jahre später…) Er mache eine Fortbildung zum Strahlenschutztechniker, ob ich ihm nicht beim Teil mit Physik und Chemie helfen könne.

Ich denke, wenn wir unsere kleine Internetblase, die uns umgibt, wirklich abmessen, werden wir merken, wie groß die eigentlich ist – und wie sehr sich die Blasen überlappen.

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5 Antworten zu “#sooc13: Konnektivismus erleben

  1. juliegoessocial 19. Mai 2013 um 17:03

    Hallo Kai,

    witzige Geschichte mit dem Teamspeak-Support 🙂 Auch wenn das an sich nicht im Sinne der ursprünglichen Aufgabenstellung war zeigt es doch schön, dass man das eigene Onlinenetzwerk tatsächlich gut nutzen kann, um sein eigenes Wissen zu vermehren. Ich kenne denselben Effekt von Facebook. Da frag ich auch schon mal in die Runde wenn ich Rat zu irgendnem Thema brauch, von dem ich keine Ahnung habe. Die Twitter-Experimente unserer „MitSOOCer“ sind bisher ja offenbar nicht so gelungen. Ich bin mal gespannt, wie meins wird, wenn ich’s nächste Woche ausprobiere.

    Liebe Grüße,
    Julie aus Siegen

  2. katrin 19. Mai 2013 um 18:44

    Hallo Kai,

    sehr schöner Post! Dein Beispiel zeigt ziemlich gut, wie und dass eine Community funktionieren kann. Während des Lesens deines Textes ist mir in den Sinn gekommen, dass vielleicht gerade hier das Problem mit Twitter und den Misserfolgen der anderen Teilnehmer liegt. Für diejenigen, die dort keine Community haben (vielleicht, weil sie noch keine Kontakte haben oder diese eher als Nachrichtendienst verwenden), ist es sicher schwer Hilfe erfolgreich einzufordern. Vielleicht braucht man ein gewisses Maß an „Gemeinsamkeit“, z.B. die Zusammenarbeit einer Gilde mit einem gemeinsamen Ziel (also Kollaboration) oder eine längere Kennensperiode, um die im #conexperiment erhofften Erfolge zu erzielen. Ich finde daher deine (so wie es sich anhört, intuitive) Idee, es mal in einem anderen Netzwerk auszuprobieren wirklich gut 🙂

    Viele Grüße
    Katrin

    • Andrea Lißner 20. Mai 2013 um 08:19

      Hallo Kai,

      super Post… und mal wieder zeigt es mir, dass Computerspiele doch nicht nur Schwachsinn sind. Mein Bruder (5 Jahre jünger) spricht inzwischen besseres Englisch als ich, weil er im Team Speak viel mehr Praxis hat.
      Also nicht nur auf fachlicher, auch auf soft skill ebene hilfreich.

      Beste Grüße,

      Andrea

  3. kaiobi 20. Mai 2013 um 19:37

    Ich bin eh ein großer Fan von Computerspielen und den Einbau derselben in meinen Unterricht. So erkläre ich gerne mal Vektoren mit Minecraft, Parabelflüge anhand von den bösen „Ballerspielen“ – „guck mal, die Granaten und Geschosse fliegen auch alle im Parabelflug, darum musste schon zielen“ etc..
    Natürlich muss man vorher ausloten, ob die schon „da sind“, sprich: nicht jeder spielt gerne am Computer, aber wenn man sie mal dann dort hat, kann man das herrlich ausnutzen.

    Zudem wird dank der ganzen Online-Schwemme immer mehr die Kommunikation untereinander gefordert und gefördert. Spielinterne Chats sind eigentlich usus, Teamspeak und ähnliche Erweiterungen sind dann meist auf Clans/Gilden/Sippen/Wieauchimmerdiesichschimpfen beschränkt. Dennoch sollte man genau solche Sachen auch als Kommunikationsplattform mit Schülern und für Schüler untereinander nutzen, um sie auch einfach dazu zu bringen, sich zumindest halb anonym (die Hemmschwelle face-to-face kann doch höher sein als über Kopfhörer…) mehr zu engagieren.

  4. Michael 1. Juni 2013 um 09:29

    Hallo, interessanter Artikel ! Und vorallem interessant ist auch dein Interesse an Gasturbinen Kraftwerke. Ich bin Ingenieur und habe 4 Jahre Hilfssysteme für GT designed und konstruiert, jetzt bin ich seit 2 Jahren in der Gas- und Dampfturbinen Diagnose und Monitoring. Ich schau mir also jeden Tag die Daten und Fahrweisen von Kraftwerke auf der ganzen Welt an, analysiere diese und mache auf mögliche zukünftige Störfälle und Probleme aufmerksam.
    Wieder ein gutes Beispiel für Konnektivismus, das man sich durch einen MOOC und durch deinen Blog-Beitrag so findet.
    Viele Grüße Michael Nienhaus

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