KaiObis Blog

So kann mans auch sehen…

Monatsarchive: August 2011

Netzfundstück: Dinge, die man im Lehramtsstudium lernt.

Der Graphitti-Blog begeistert mich schon seit einer Weile. Er präsentiert recht lustige Statistiken, meist in Kuchendiagrammen oder ähnlichem, bei denen man sich regelmäßig bei dem Gedanken „Stimmt irgendwie.“ erwischt.

Sehr passend finde ich das heutige Diagramm zum Thema Wissensvermittlung im Lehramtsstudium. Wenn wir ehrlich sind, vermittelt die Uni uns vor allem eines: Unmengen von Wissen, was wir dem Schüler eh nie beibringen werden, weil die Zeit nicht reicht. Die didaktischen Konzepte sind meist gut, letztendlich kommt es aber immer darauf an, wie man sich vor dem Schüler profiliert – und bei möglichen Wissenslücken nicht ins Schwitzen oder schlimmer, ins Stottern, gerät.

Graphittiblog Lehramtsstudium

Herzlichen Dank an den Graphitti-Blog für ein neues "Stimmt"-Gefühl.

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Netzfundstück: Bildungsmonitor

Heute stieß ich im Netz auf den Bildungsmonitor der „Initiative neue soziale Marktwirtschaft“ (kurz: INSM). Hier werden Informationen zu den aktuellen Bildungssystemen in einem Ranking miteinander verglichen. Sehr interessant ist das Dynamik-Ranking: Man sieht gut, dass einige Länder an der aktuellen, teils frustrierenden Situation etwas ändern wollen und können.

Aus Mathematikersicht muss ich hinzufügen: Sehr schön, dass man bei den Vergleichsbalken eine vernünftige Skalierung gewählt hat. Negativbeispiele lassen sich ja zur Genüge finden.

Faszinierend ist vor allem, dass die Länder mit dem höchsten Ranking diejenigen sind, die schon immer das G8, also das verkürzte Abitur, hatten und nach der Wende auch behielten. Wenn man sich vor Augen führt, wie groß das Gemaule über die Umstellung in anderen Bundesländern ist, muss man sich zwangsläufig fragen, ob die Umstellung an sich oder das G8 Schuld hat

Die Schüler, die ich in den Klassen, die es betrifft, unterrichte, haben bisher auf jeden Fall wenig von der Umstellung gemerkt. Als Lehrer merke ich natürlich, dass die Schüler gut ein Schuljahr früher mit Problemen wie Pythagoras, Strahlensatz und co auftauchen. Die Eltern und Schullehrer scheint das aber viel mehr zu stressen. Die Einführung der Umstellungsphase fiel für die Eltern zu kurz aus, die Lehrer, die ich dazu befragte, verwiesen auf schlechte Lehrbücher oder ein „Unterrichten mit zwei Buchversionen“. Letztendlich läuft es eh wieder auf das „Learning on Demand“ hinaus: Die Schüler büffeln den Lehrstoff und verdrängen ihn schnell hinterher, weil der Lehrer durch die Themen zu hetzen scheint. Was hängen bleibt, ist meistens nicht viel. Als Nachhilfelehrer kann man da natürlich gut ansetzen, parallelen Unterricht aufbauen, Sachverhalte vertiefen. Aber sollte – vor allem der letzte Punkt – das nicht Aufgabe der Schule sein?