KaiObis Blog

So kann mans auch sehen…

#Lehrermangel? Ich stehe bereit. #Hilferuf #Referendariat #quovadis #ZahlenBitte

Von einem, der auszog, das Lernen zu lehren…

Da ich mittlerweile im schönen Schleswig-Holstein wohne, habe ich mich hier oben für das Referendariat beworben. Überall hört man von Lehrermangel (wie zum Beispiel in der LN, aber auch in der SHZ und sicher auch noch an ganz vielen anderen Stellen). Meine Nachhilfeschüler klagen auch regelmäßig über ausfallenden Unterricht, gerade in den MINT-Fächern, die ja laut BMBF sehr wichtig sind, helfen sie doch, die Welt um uns herum besser zu verstehen.

Dennoch warte ich seit gut zwei Jahren auf meine Stelle. Vor gut einem Jahr, nach einer Ablehnung, hatte ich dann die „Faxen dicke“ und habe eine Anfrage über „FragDenStaat“ gestellt, im vorletzten Halbjahr darauf und vor kurzem auch nochmal. Die daraus resultierenden Zahlen waren… ernüchternd.

Zunächst: nach eben jenen Zahlen scheinen (fast) alle Lehrerstellen besetzt zu sein. Dies ist interessant, vergleicht man die persönlichen aber auch in den Medien bekannten Aussagen, dass ständig Unterricht ausfällt. Dabei sind 802 öffentliche allgemeinbildende und berufsbildende Schulen ausgewiesen worden. Das macht ganze 28,3 Lehrer pro Schule. So weit, so statistisch. Effektiv fallen pro Schuljahr einige Kollegen durch Krankheit aus, machen Sabbatjahr, gehen in Schwangerschaftspause… kurzum: Sobald einer ausfällt, wird sich das im Schulalltag bemerkbar machen. Die Daten werden statistisch übrigens nicht umfassend erfasst – oder zumindest nicht die über die ausfallenden Lehrkräfte. Seit meiner vorletzten Anfrage bekam ich Statistiken zum Unterrichtsaufall:

UAusfall

Dennoch fand ich im letzten Schuljahr keine Aushilfslehrstelle, um zumindest ein wenig mehr Schulpraxis zu bekommen, als ich sie derzeit im Nachhilfeinstitut bekommen könnte. Im Übrigen konnte man mir bei meiner ersten Anfrage dazu keine Auskunft geben, wie viele Hilfslehrer im Einsatz sind, da man diesen Begriff gar nicht kenne. In der zweiten Anfrage war ich schlauer und fragte anstelle nach ‚Hilfslehrern‘ nach dem gültigen Begriff: „Es handelt sich um für Lehrtätigkeit eingesetzte Personen, die nicht die Befähigung für ein Lehramt besitzen.“ Davon gab es auf 502 Stellen gesamt 859 Personen. Bei 797 Schulen also etwa 0,6 Stellen pro Schule.
Gehen wir davon aus, dass das natürlich vor allem in Universitätsstätten vorkommt, wo dann auch entsprechende Student*innen an den Schulen arbeiten könnten – dennoch ist diese Zahl so niedrig, dass hier klar wird: Wenn die Schulen könnten, würden sie sicher mehr Leute einstellen und nicht nur Pensionierte zurückholen. Es fehlt also sicher eher an Geld für das Personal, wie mir auch bei diversen Vorstellungsgesprächen von Schulleitern versichert worden ist.

UVertretung
Ein Kollege von mir, studierter Physiker, Quereinsteiger, der zunächst Berufserfahrung sammeln muss, um den Quereinstieg machen zu können, fand jetzt nach einem Jahr eine Stelle in einem 75km entfernten Ort. Um dort besagte praktische Erfahrungen machen zu können. Noch nicht den Quereinstieg, aber der kommt dann nach einem Jahr Praxiserfahrung – und danach wird er vermutlich wieder umziehen müssen. Dabei ist der Quereinstieg auch nicht zwangsweise die leichteste Wahl in Schleswig-Holstein, da die Auswahl der Schulformen stark begrenzt wird.

Faktencheck

Kommen wir zu weiteren Fakten: Auf 465 Referendariatsplätze (Stand 01.02.2018) bewarben sich gut 1216 Personen. Das macht eine Abdeckung von 261%. Dabei gibt es keine spezielle Aufschlüsselung nach Fächern, da diese Daten statistisch nicht erfasst werden – [update] zumindest wird, seit meiner zweiten Anfrage, auch die Aufteilung auf die verschiedenen Schulformen mitgeliefert. Dabei sind Bewerber*innen für das Gymnasium deutlich stärker vertreten als für Grundschulen. Ein Umstand, der auch der Presse auffiel, denn bald herrscht in diesem Sektor Lehrermangel. Vielleicht würde eine gleiche Bezahlung der Lehrkräfte hier einiges tun. Schleswig-Holstein geht einen ersten Schritt und wird Lehramtsanwärter*innen ab 2019 60€/Monat mehr zahlen.
Mecklenburg-Vorpommern ist da kreativer: Der Vorbereitungsdienst mit Doppelqualifikation – „Referendarinnen und Referendare des Lehramts an Regionalen Schulen erwerben neben dem Zweiten Staatsexamen für das von ihnen studierte Lehramt die Unterrichtserlaubnis für die Tätigkeit an Grundschulen. Referendarinnen und Referendare des Lehramts an Gymnasien erwerben neben dem Zweiten Staatsexamen eine Unterrichtserlaubnis für die Tätigkeit an Grundschulen oder Regionalen Schulen.“

Da aktuell ja in der Presse davon gesprochen wird, dass bis 2025 ganze 1 Millionen zusätzliche Schüler zu erwarten sind, und die Überalterung sicher nicht nur in Thüringen und NRW ein Problem ist, finde ich diese Zahlen absolut bedenklich. Wie kann es sein, dass überall von Lehrermangel geschrieben wird, aber letztendlich keine ausreichend starke Lehrerausbildung stattfindet? Immerhin will Schleswig-Holstein digital voran gehen, aber der Interessenverband DiWiSH sieht eher ein Handicap in der aktuellen Entwicklung. Achja: Und wir schaffen im „echten Norden“ G8 wieder ab. Braucht es da nicht auch dringend mehr Lehrer, bei einem weiteren Jahr Beschulung?

Die Lehrer(in) aus Leidenschaft (@LeAuLei) hat sich bezüglich der aktuellen Anforderungen und Belastung der Lehrer*innen im Februar 2018 ein paar Gedanken gemacht:

[Übrigens ein längerer „Thread“ auf Twitter. Unbedingt durchlesen!]

Persönliches (Zwischen-)Fazit

Überall wird nach Lehrern geschrien, die Zahlen zeigen aber: Ausbildung der Lehrkräfte ist zumindest in Schleswig-Holstein nicht im Fokus. [Daten zu Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sind bereits angefragt – zumindest von Hamburg kam ein „das wird aber echt Arbeit“ zurück. M-V hat bisher nicht einmal reagiert, vermutlich sind sie zu analog, um auf digitale Anfragen zu reagieren.]
Dazu kommen die Erfahrungen von mir, meinen Kollegen und Bekannten: Es ist nicht einfach, Lehrer zu werden, und die Arbeit wird hinterher auch selten leichter – oder gar wird es einem gedankt, wenn man von all den Helikoptereltern und dem Lehrerbashing liest. Bildung, wohin gehst du? Tatsache ist, dass ich mir mittlerweile einen Anwalt genommen habe, um den Fall zu beschleunigen. Letztendlich will ich doch „nur“ Lehrer werden. Bitte, lasst mich!

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Von Tonspuren, Kassetten und anderen Relikten

Geburtstagsgeschenke sind immer so eine Sache für sich. In der Regel bin ich ein Fan von praktischen Geschenken: Kulinarische Genüsse, schnöder Mammon oder eben was selbst Gebasteltes.

Da die Feier jetzt vorbei ist und die Geburtstagskinder ihre Geschenke bekommen haben, kann ich endlich aus dem Nähkästchen plaudern.

Um was geht es?

Zusammen mit einigen Kolleginnen kamen wir auf die Idee, dass wir den drei Fans der drei ??? doch ein Hörspiel neu aufnehmen konnten. Dank der guten Arbeit von Rocky Beach fanden wir ein passendes Skript. Ich habe dabei unter anderem eine Rolle eingesprochen, aber auch den Schnitt vorgenommen. Da ich dergleichen noch nie gemacht habe, möchte ich in diesem Blogbeitrag von meinen Erfahrungen berichten.

Von Kollaboration, Information und Ton

„Die gemeinsame Arbeit fand in der Cloud statt.“ Hach, ein schöner Satz. Wir nutzten Google Drive, teilten die Scripte miteinander, schrieben sie passend auf die Geburtstagskinder um und nummerierten die entsprechenden Sätze durch. Danach teilten wir uns die vorhandenen Rollen zu. Schnell wurde uns klar: Justus Jonas, Bob Andrews und Peter Shaw müssen bleiben! Ebenso fand sich kein guter Ersatz für den Erzähler. Dementsprechend waren die restlichen Rollen schnell verteilt.
Da alle ihre Aufnahmen Zuhause erstellten, waren die Hardware-Voraussetzungen vermutlich prinzipiell grundverschieden. Wir nutzten bei uns Zuhause Rechner mit Headsets, andere wiederum sprachen die Texte auf ihren Smartphones ein. Die entsprechenden Dateien waren also durchweg nicht von gleicher Qualität und Lautstärke, ebenso gab es einige Pausen, die wegzuschneiden waren.

Um von vorn herein ein Chaos zu vermeiden, gaben wir den Dateien die Namen der entsprechenden Scriptnummer, angehangen vom Namen der Aufnehmenden. Schon vorab: Es musste nichts neu eingesprochen werden! 🙂 Dennoch war das bereits eine erste Hürde…

Von Audacity, mp3, m4p und anderen Dingen

Als Programm zur Tonbearbeitung wählte ich Audacity. Es handelt sich hierbei um eine Open Source Software.

audacityScreenshot von Audacity

Zunächst nahm ich mir die Originaldatei vor und zerschnitt sie. Dabei markierte und kopierte ich entsprechende Abschnitte und nutzte die Exportfunktion von Audacity, um die Dateien als mp3 abzuspeichern.

Dann legte ich ein neues Projekt an und es ging los. Jede Aufnahme musste nachträglich geschnitten und meist auch angepasst werden. Audacity bietet diese Optionen an, man kann Passagen nachträglich markieren und löschen oder verstärken. Es wurden insgesamt etwa 350 Passagen zusammengefügt, geschnitten und bearbeitet. Da einige Aufnahmen als m4p vorlagen (ein Format, was wohl vor allem bei Apple-Geräten erzeugt wird?), musste ich diese zunächst umwandeln. Hierbei half mir das Freeware-Tool Free M4a to MP3 Converter von Maniactools.

 

Am Ende normalisierte ich den Ton mit Audacity (eine Funktion, die die Lautstärke in allen Bereichen etwa gleich laut macht) und exportierte das ganze wieder.

Relikte einer vergessenen Zeit

Das nächste Problem: Wir wollten das Hörspiel natürlich klassisch darbieten: Als Kassette! Dank des Kapitalismus ist ja alles zu kaufen: Amazon verschickt immer noch leere Kassetten. Doch wie bekommt man eine mp3 da drauf? Anja und ich haben eine Weile experimentiert…

Da wir immer noch unsere alte Stereoanlage im Schrank stehen haben – dank externen Soundeingängen kann man ja auch super vom Smartphone aus die Boxen ansteuern – war der erste Gedanke, dort die mp3 im Smartphone abzuspielen und auf Kassette aufzunehmen. Das Problem könnte man mit folgendem Dialog wiedergeben:

Entwickler der Stereoanlage: „Wir haben die Möglichkeit, externe Geräte per Klinke anzuschließen. Sollen die Nutzer jetzt auch aufnehmen können?“
Manager: „Was, wozu? Wer sollte denn was anderes aufnehmen als von CD? CDs werden nie aussterben!“

Nunja. In unseren alten Beständen fanden wir tatsächlich eine RW. Windows bietet seit einigen Jahren selbst die Funktion, Musik-CDs zu brennen. Die MP3 eingefügt, vorher die Outtakes angehangen, zack, bespielte CD-RW. „Moment, konnten Stereoanlagen RW lesen?“ In unserem Fall die Antwort: nein.
Noch tiefer unten im Schrank fanden wir dann sogar noch eine CD-R. Diese wurde dann von der Stereoanlage erkannt. Es konnte losgehen: Die CD wurde auf Kassette aufgenommen.

Undercover

Die nächste Schwierigkeit: Das Cover. Eine der Kolleginnen scante das alte Cover ein und bearbeitete die entsprechenden Passagen, damit unsere Geburtstagskinder „ihre“ Version bekamen. Dennoch: der Scan war natürlich nicht wirklich perfekt gerade ausgerichtet.

Als Bildbearbeitungssoftware verwendete ich GIMP, eine freie Software mit offenem Source Code. Nach kleinem Drehen, Zuschneiden und Anpassen an die Größe des Kassetten-Inlays hatten wir jetzt also auch individualisierte Kassetten!

GIMP.png
Screenshot von GIMP

… und wenn der Hund nicht gewesen wäre…

Das war mein kleiner Ausflug in die Welt der Ton- und Bildbearbeitung. Ich habe einige interessante freie Software kennen lernen und mich damit „fortbilden“ dürfen. (Von wegen life long learning und so.) Ich hoffe, den Geburtstagskindern gefällt ihr Geschenk, wir waren alle sehr erstaunt über das Ergebnis und sind um einige Erfahrungen reicher.

Blogstöckchen: Das 2×3 der Bildungsressourcen: Was waren „die letzten drei“ mit und ohne Geld?

Nominierungen sind was tolles. Dieses Mal im Zuge des #EdChatDE, als Vorbereitung zur nächsten Woche. Du kennst den nicht? Na, dann wirds Zeit.

Am Anfang war das Wort (oder gar mehrere?)…

Nächste Woche (Dienstag, 25.08. 2015) ist das Thema des Edchats: „Geiz ist geil?“. Das Fragezeichen dazu ist das interessante. In meiner Arbeit bei der Erstellung der Artikel für zugehOERt habe ich auch so einiges an Meinungen, Ideen und Fragen zu digitaler und freier Bildung einfangen und entwickeln können. Grundproblematik, gerade beim Thema OER, ist das, was Markus Deimann auch schön zusammenfasste: Bildung darf auch Geld kosten. Auch, wenn die Ressourcen dazu frei verfügbar sind.

Aber kommen wir zum Blogstöckchen. Was waren meine letzten 3 bezahlten und letzten 3 freien Bildungsressourcen? Da musste ich lange überlegen, vor allem über die Frage, wo ich da anfange. Ist mein Fahrrad eine Bildungsressource? Immerhin komme ich damit zur Arbeit und dort lerne ich ja auch was. Oder sind Stifte Bildungsressourcen, Kreide für die Tafel? Fangen wir mal mit den bezahlten „großen“ an, ich denke, da wirds schon enger ausfallen.

Wat nix kostet, is nix wert: Meine letzten drei bezahlten Bildungsressourcen.

Schwierig. Ich denke, wenn ich hier mal konkreter bleibe – also weg von den Fahrradeinzelteilen (wie demnächst ein neues Schloss, weil mein altes kaputtgewerkelt wurde) – dann ist hier echt Überlegen angesagt.

Re:publica

Das war so das erste, was mir eingefallen ist – vermutlich aufgrund der Größe des Events. Die Web 2.0 Konferenz. Ich habe jahrelang davon gehört, durch meinen Umzug in den Norden waren wir jetzt so nahe dran, dass der „Wieso nicht?“ Gedanke groß wurde. Insgesamt ein riesiges Ding, bei dem man unglaublich viel aufnehmen kann. Wenn man denkt, man sei technisch ja gar nicht so schlecht, kann man da mal hin, um festzustellen: Es gibt noch viel tiefer in Technik vertiefte Menschen als man selbst.

Die intention dahinter war auch zu schauen, was andere Menschen, die nicht auch aus dem Bildungssektor kommen, mit Technik anfangen. Wo steckt die technologische Entwicklung in der Bevölkerung und wo sind „wir Lehrer“ da eigentlich gerade? Die Antwort: Die Schulen sind noch weit zurück, auch wenn auf der Konferenz natürlich Leute waren, die Jahre voraus zu sein scheinen.

… und jetzt zu etwas völlig anderem.

Neue Lehrbücher.

Auch das ist mal schön. Meine Chefin hat mir für meine Nachhilfe (ich arbeite in so nem „bösen“ Institut) neue Bücher bestellt. Die, die ich wollte. Warum? Weil sie davon ausgeht, dass ich da schon nen Plan habe, wenn ich die brauche. Sie vertraut uns Angestellten da. Darum bekamen wir 2-3 Wochen Vorwarnung und durften dann bestellen, was wir brauchen, „solange es im Etatrahmen bleibt“.

Ich finde Bücher nach wie vor nicht verkehrt, auch in Zeiten des digitalen Wandels. Wieso? Sie liegen im Schrank, jeder kann sie rausnehmen, Lehrkräfte, Schüler, interessierte Eltern. Ich muss nicht erst schauen, ob die digitalen Endgeräte („Kulturzugangsgerät“ fand ich da auch schön als Begriff) alle einsatzbereit sind. Und leider auch aus einem ganz simplen Grund: Es gibt noch keine guten digitalen Lehrbücher für Mathematik, die man einfach mal nehmen könnte, um alle Altersstufen, die ich unterrichte, zufriedenzustellen. Das fängt beim Inhalt an (teils schlecht strukturiert, teils einfach auch zu wenige Aufgaben) und endet bei der Technik (mal versucht, ne altbackene Homepage auf nem Tablet zu öffnen? Grausig!).

Das waren jetzt ja an und für sich dann sicher schon 4-5 Bildungsressourcen. Wenn ich jetzt noch die Kreide, Stifte, Papier etc. dazu zähle, die mir meine Chefin sonst noch spendet, dann.. puh! Aber überlegen wir mal weiter.

Museumsbesuche und mehr.

Ha. Kurve gekriegt, lange überlegt, was mir noch so einfällt. Natürlich sind Museumsbesuche auch Bildungsressourcen! Leider ist das vorletzte Museum eher ein negatives Beispiel für gute Museumspädagogik. Im Hansemuseum werden Touchscreens verwendet, um Massen an Text umzublättern. Diese hängen zwischen Texttafeln. Daneben sind auch einige Puppen und Ausstellungsräume im Einsatz, aber vor allem gibt es eines in dem Museum: Text. Altbacken, roh, zwangsdigitalisiert.

Am Wochenende waren wir bei Noctalis: Die Welt der Fledermäuse. Nach einer Führung durch eine Fledermaushöhle (die Dinger schwirrten einem um die Köpfe, absolut cool!) und einer sehr guten Erläuterung zur Entstehung derselben gingen wir in den Ausstellungsteil. Wir bekamen Taschenlampen, die Räume waren eher dunkel gehalten, Informationen mussten „gesucht“ werden. Hier war auch viel Text, aber besser aufgearbeitet, dazwischen immer wieder Ohrmuscheln mit diversen Erzählungen, Videos und Terrarien. Es war nur wenig Digitales vorhanden, aber dank den Taschenlampen und dem Flair passte das alles. Man wurde nicht von Texten erschlagen. Und man lernte mit deutlich mehr Spaß.

Gefühlt letztens (in Wahrheit schon wieder Monate her) waren wir auch bei Mark Benecke in der Vorlesung. Anders kann man das wirklich nicht nennen, wenngleich die Atmosphäre sehr locker war. Das Wahlthema waren seltsame (Selbst-)Mordfälle. Auch hier konnte man vieles lernen, auch wenn nach der Pause einige nicht zurück kamen. Aber das hatte er schon erwartet und in den ersten fünf Minuten angekündigt. Aber das nur am Rande. 🙂

Geiz ist geil. Meine drei kostenlosen Bildungsressourcen.

„Kostenlos ist nicht umsonst!“ schellt es gleich wieder im Gehörgang. Hier habe ich auch eine Weile überlegt, was alles dazu gehört. Ich will jetzt nicht alle Podcasts aufzählen, die ich in gerne höre. Das sind auch alles Bildungsressourcen, so wie auch diverse Fernsehsendungen (beginnend mit der Sendung mit der Maus, vielleicht endend mit Leschs Kosmos). Und neeeein, ich werde jetzt nicht eine EdChatDE Lobhudelei schreiben und das als ersten Punkt aufführen.

Aber fangen wir mal an.

App gehts!

Die letzte App, die ich mir gezogen habe und die ich gerne nutze:

WolframAlpha. Die App war jetzt öfters mal bei Amazon kostenlos verfügbar. Eine unglaublich starke App, nicht nur für Mathematik. Aber hier gerade bei Funktionsanalysen der Hammer: Komplette Kurvendiskussion mit Step-by-Step-Lösungen.

Ich finde, es gibt eine unglaubliche Fülle an sinnvollen und kostenlosen Apps. Allen voran einfach solche Sachen wie Google Drive und Google Docs. Kollaboratives Arbeiten kann so leicht sein. Leider nutzt das kaum eine Schule, bei den meisten ist es sogar schlicht verboten, mit Kulturzugangsgeräten auf dem Schulgelände rumzulaufen. (Ja, sogar in den Pausen. Man könnte ja sonstwas machen!)
Ich hatte kurz überlegt, hier noch eine größere Liste an Apps dranzuklatschen, die ich alle nutze oder nutzen möchte. Das hilft aber nüscht und trifft die Frage nicht. Also, weiter geht es.

Schiff ahoi!

Vor gar nicht allzu langer Zeit war Kieler Woche. Neben einer guten Wanderung haben wir hier auch diverse Militärschiffe der britischen Marine gesehen, unter anderem einen Hubschrauberträger. Sehr interessantes Ding. Insgesamt ein riesiges Fest, unglaubliche Menschenmengen unterwegs. In der Innenstadt leider das übliche: Fressbuden an jeder Ecke, kaum wichtiges. Nebenbei die Regatten in der Kieler Bucht, dazwischen auch viele historische Schiffe, wunderschön anzusehen.

Kurz davor war bei uns in der Stadt Tag des offenen Schiffs. Diverse schöne Dreimaster aus längst vergangenen Zeiten lagen im Museumshafen. Wunderschön und informativ. Leider waren die Stände drumrum einfach schlecht: Flyer wurden verteilt, alte Menschen sprachen mit anderen alten Menschen über alte Themen. Hier hätte man einiges tun können, um diese Veranstaltung in ein mediales Spektakel zu verwandeln. Der Zeitungsartikel dazu war auch schön kurz.

Ich bin ja eigentlich kein großer Schiffsfan und gebürtiger Festlandler, aber imposant sind die Pötte ja. Und man kann natürlich auch immer gleich mit Archimedesprinzip und Auftrieb und Physik und so anfangen, den Schülern noch was beizubringen, wenn man davon erzählt…

MOOCste mitmachen?

Im Frühjahr startete mit mooin eine neue MOOC-Plattform. Ich habe am MOOC „Mein digitales Ich“ teilgenommen. Ich fand die Idee sehr spannend, nicht nur zwangsweise für „mich selbst“, sondern auch, um zu schauen, wie andere Menschen mit ihrem digitalen Fingerabdruck klar kommen. Letztendlich war das auch das, was ich vom Kurs mitnahm: Es gab eine Spanne von Aluhut bis Offenheit in dem Kurs. Insgesamt finde ich das MOOC-Konzept sehr schön: Offene Kurse, für alle zugänglich, viel Diskussionskultur. Inwiefern der Hype die Zeiten überdauern wird, muss man mal schauen.

Kanns noch ein bisschen mehr sein?

Die Frage, die noch im Blogstöckchen gefragt wurde, war: Wann gebe ich Geld aus?

Immer dann, wenn ich denke, dass es sich lohnt. Ich gebe ungern Geld aus, noch viel ungerner fremdes. Investitionen sind sinnvoll, aber nur, wenn sie was taugen. Gerade in der heutigen Zeit ist das schwierig abzuschätzen. Es kommt so viel auf den Markt, was toll aussieht, aber dann doch nur verpacktes Plastik ist: schnell kaputtgespielt. Das sieht man in der Computerspielebranche und leider auch bei der Bildung.

OER sind hier ein sehr interessantes Thema und vielleicht der „neue heiße Scheiß“ demnächst. Aber auch hier: kostenlos heißt nicht umsonst, und frei heißt auch nicht zwangsweise für Jedermann verständlich. Qualitätsmanagement ist hier die große Diskussion, die man noch über Jahre hinweg führen wird. Und leider sind auch viele Sachen, die man als Mathelehrer im Netz findet, zwar frei zugänglich, aber nicht frei an sich. Für mich macht es keinen Unterschied, ob ich für Inhalte bezahle oder sie frei bekomme, solange der Inhalt an sich gut ist. Ich hätte auch nix gegen eine „Bildungsflat“, solange mir gewährleistet werden könnte, dass sie einen guten Standard hat. Aber das kann ja keiner. Sollen sich die Schulverlage doch weiter kloppen, wer das bessere Buch hat – irgendwann wird sie das Internet einholen und überrollen. 🙂

Seien Sie dabei, wenn es wieder heißt…

Auch so ne Frage: Machst du auch OER? Klare Antwort in dem Fall: Jain. Ich habe bei den Podcasts von zugehOERt die Artikel erstellt und sie wurden unter CC-Lizenz veröffentlicht. Einige Sachen, die ich erstelle, kann ich aber nicht komplett offen präsentieren, sei es aus Schutzgründen, weil sie Klarnamen verwenden, oder auch einfach, weil es dann „Spoilergefahr“ gebe. Und jedes Jahr sage ich mir: Ja, diesmal wirst du beim ZUM mithelfen. Naja, dieses Jahr mache ich beim Workshop vorm EduCamp Berlin vom ZUM mit. Das wird hoffentlich einen Anfang markieren…

TL;DR: In der Kürze liegt die Würze.

Kurzum: Ich finde die Idee des Blogstöckchens nicht schlecht. Ich blogge eh viel zu selten. Was ich vor allem gemerkt habe: Ich führe eindeutig nicht Buch darüber, welche Bildungsressourcen ich so nutze. Aber das wäre so, als würde man Leute fragen, was sie vor zwei Wochen gegessen haben: Die „Nutzung“ ist so selbstverständlich, dass man sich darüber keinen Kopf macht.

Nun kommt die leidige Aufgabe.

The Knights Who Say Ni von CGP Grey, veröffentlicht unter CC-BY 2.0 Lizenz.

Die Ritter, die immer Ni sagen, fordern von euch ein Opfer!

Da hier nicht nach Konsequenzen der Nominierung gefragt wird, nominiere ich einfach mal frei heraus:

  • Torsten Larbig (@herrlarbig), weil mich seine letzten 2×3 Bildungsressourcen sehr interessieren;
  • Bob Blume (@legereaude), weil ich mir da gaaanz anderes erhoffe;
  • Mandy Schütze (@ma_y), die vermutlich nochmal eine andere Sicht einbringt. (Stichwort #ZUM und #LebenmitKindern)

Ich bin gespannt!

Tangentenpädagogik, die: Am Ist vorbei lehren.

Man ist im Kreis oder drumrum.

Letztens haben wir im kleinen Kreis darüber diskutiert, ob es einen Begriff dafür gibt, wie aktuell Technik in den Schulen verwendet wird. Ich dachte an die Gespräche mit meinen (Nachhilfe-)Schülern im letzten Schuljahr. Seit Jahren scheinen Schulen  an den technischen Gegebenheiten und dem Fortschritt vorbeizulehren. Als Mathematiker kam mir da die Tangente in den Sinn: Technik berührt die Pädagogik, kann sie aber nicht durchdringen. Ich dachte, den Begriff schonmal gehört zu haben, aber eine Google-Suche führte zu keinem Ergebnis. Darum: Spinnen wir mal rum!

Sekanten, Tangenten, Passanten.

Technik ist heutzutage allgegenwärtig, in den Schulen aber größtenteils verboten. Das wären die Passanten: Sie ignorieren und meiden die Technik und werden damit nicht in Berührung kommen, von „Laborexperimenten“ wie dem Informatikunterricht abgesehen.

„Innovation“ von thinkpublic. CC-BY-ND

Dann gibt es eben jene Schulen, die lockere Bestimmungen haben, was Smartphonenutzung angeht. Das wären die Tangenten: Sie nehmen die Technik wahr, nehmen sie aber nicht in ihren inneren Kreis auf. In der Regel heißt das, dass Smartphones in den Pausen genutzt werden dürfen. Sie finden aber nur in seltenen Fällen einen Einsatz im Unterricht, maximal als „Google-Suchmaschine“. Meine Schüler berichten hier aber von enormer Skepsis der Lehrer. Natürlich bekommt man hier nur Faktenwissen geliefert, was nicht bedeutet, dass man den Stoff verinnerlicht hat. Aber hier müsste der Lehrer eben ansetzen und zur Diskussion anregen, moderieren, lenken.

Einige wenige Leuchttürme gibt es, die Technik komplett integrieren, die Sekanten. Hier wird in vielen Bereichen die Technik genutzt, um analoge Lehrmethoden zu „revolutionieren“. Teilweise wird hier scheininnoviert: PDF ersetzen Papier, das Word-Dokument den Block. Es gibt aber auch andere Schulen, die deutlich vorangehen wollen, Smartphones und Tablets deutlich aktiver nutzen und Apps gezielt auswählen, um gemeinsam was zu lernen. Dank neuen Ideen offenen Schulleitern kann hier viel erreicht werden – im Idealfall erreicht man sogar das Interesse der Schüler. Aber das sind die gefühlten 1% der oberen Spitze der Pyramide…

Der Kreis ist rund und die Stunde hat 60 Minuten.

Soviel zur Theorie. Meine Schüler kennen vor allem die Passanten. Smartphones sind im Raum Lübeck meist auf dem Schulgelände komplett verboten, ein Verstoß führt zum Einkassieren des Gerätes, im Idealfall kann man es sich nach Schulende wieder abholen. Einzig mit direkter Erlaubnis ist das böse Gerät hervorzuholen. Dabei sollte doch gerade im Experimentierraum Schule, eben jenem Spielfeld vor der „realen Welt“, gezeigt werden, was man mit den Dingern alles anstellen kann: GPS Spielchen ala Geocaching in Erdkunde, Chemie-Apps (vom Periodensystem über Titrationstrainer gibt es hier eine Menge), Vokabel-Trainer, Lernspiele, Programmierungshilfen… Es gibt so vieles!

Liest man sich das Konzept von #BYOD durch, erscheint das perfekt geeignet für Schulen: Technik mitbringen und gezielt anwenden, um Kosten und Aufwand zu sparen. Schaut man sich nun Twitter, Facebook etc. an und liest sich ein paar negative Kommentare bezüglich Urheber- und Nutzungsrechten, Rechten am eigenen Bild, Angst vor Missbrauch und viele andere Ängste durch, will man sich am liebsten den Aluhut aufsetzen. Dazu kommen Argumente wie „Ich nutze nicht mein privates Gerät im Unterricht, wenn mir die Schule also kein Dienstgerät stellt, mache ich das nicht mit!“. Man fordert also #BYOD ein, ist aber nicht bereit, mitzumachen.

Was sagen meine Schüler dazu? In der Regel sind diese vor allem enttäuscht: Zuhause nutzen sie Suchmaschinen, vernetzen sich, lösen Aufgaben (halbwegs) kollaborativ im Netz oder schreiben mittlerweile effektiver ab, als wir es früher jemals gemacht haben. Und sie nutzen dafür all diese bösen Dienste, die im Experimentierraum Schule verboten sind.

TL;DR.

Ich hege ja weiterhin die Hoffnung, dass Schulen sich immer weiter öffnen und Technik zulassen. Die Schule bei uns gegenüber hat einen sehr schönen Weg gewählt: Sie haben ein eigenes Freifunk-Wifi und umgehen so etwaige Probleme. Das kann aber nicht die Lösung sein: Schulen müssen sich wandeln und endlich akzeptieren, dass Technik da ist. Nicht einmal besser, schneller oder effektiver. Denn wenn sie in den Köpfen angekommen ist, findet man über die Akzeptanz auch eine Möglichkeit zur Integration in den Unterricht, eben jene „Medienkompetenz“, die so oft gefordert wird. Und weg von der Tangente oder gar der Passante.

Verteufelt das Neue! #meckerlehrer

Wir leben in sehr interessanten Zeiten. Digitalisierung, neue Geräte, #BYOD, all diese Technik-affinen Kinder, die eher mit dem Smartphone in der Hand vor Laternenpfosten laufen, anstelle die Welt um sich herum zu betrachten – Moment, das bin ich selbst gewesen, beim Ingress spielen… Davon mal ab: den Technikwandel kann man nicht aufhalten. Das weiß man schon seit der Dampfmaschine, auch wenn dieses „Teufelszeug“ jahrelang abgelehnt wurde, so kam doch die Steckdose ins Haus, der PC in die Steckdose und das Kinderfoto ins Facebook.

Medium oder gut durch?

Doch interessant wird das ganze, wenn man sich den technischen Fortschritt an den Schulen anguckt. Sofern man welchen findet. „Aber da tut sich doch was!“ muss es jetzt als Echo schallen, immerhin gibt es Whiteboards, Rechnerräume, sogar #BYOD und Tabletklassen, Laptopklassen, Appleklassen.. und wie sie alle heißen. Ja, die Projekte gibt es, aber sehen wir es doch mal realistisch: Das sind die oberen 5% (sinds 5%? Gerne eine Studie verlinken, danke!), nicht die breite Masse. Denn die meckert lieber lautstark darüber, wie verdorben doch die Jugend durch die neue Technik wird.

Sehr passend dazu der aktuelle Beitrag des Spiegel, der mich doch positiv stimmte. Bis ich die Kommentare sah. Und die Angst des Pöbels förmlich glühen fühlte wie damals mit Pechfackeln und Mistgabel. (Der Pöbel möge mir verzeihen. Mistgabeln sind schließlich mittlerweile outgesourced und durch Smartphones ersetzt.)

Damals, zu meiner Zeit…

Mein spontaner Gedanke, als wir uns die Beiträge Zuhause vorlasen: „Was wäre nur gewesen, wenn es damals˜ schon Kommentarfunktionen gegeben hätte? Zur Einführung der Tafel? Wie würde die Welt heute aussehen, hätte jemand Gutenberg gesagt: Bücher, brauchmer nicht, die Schüler lernen doch so schon gut?“ Ich hab meine erste Wut dann unter dem Hashtag #meckerlehrer auf Twitter verrauchen lassen.

Den Rest tobe ich jetzt hier aus.

Medien sind im Wandel. Wer hätte es nur erwartet? Sehr schön dazu das Medienquiz von Sandra Schön (danke dafür, hat mich immer wieder erheitert). Sehr passend dazu mal:

… Die Pädagogen, die [DAS MEDIUM] in ihren Unterricht einführten, wurden [zu Beginn] mit Berufsverbot belegt […] [DAS MEDIUM] machte sozial-kommunikative Unterrichtsprozesse möglich, die im Vergleich zum herkömmlichen Unterricht […] als subversiv erlebt wurden

Teaching Chemistry by starmanseries (CC BY)

Hier geht es um… die Tafel. Aber im Prinzip ist das 1:1 auf Tablets, Etherpads, Google (oh, ich brenne nicht, obwohl ich das böse Wort schreibe) und ähnliches anwendbar. Jede Einführung neuer Medien bringt auch Kritik mit sich, das ist doch „normal“, dass man sich kritisch damit auseinandersetzt. Aber fordern wir nicht immer von unseren Schülern, dass sie sich dennoch mal darauf einlassen und dann doch mal das Buch lesen, den Film auf Englisch schauen oder gar doch ein Word-Dokument anlegen, anstelle die nächste Hausarbeit fünfzehnseitig handschriftlich anzufertigen? Wollen wir den Schritt nicht alle gehen und nicht nur von unseren Schülern erwarten?

TL;DR

Bei all dem Gemecker: Es gibt auch immer wieder gute Zeichen in der Welt da draußen, Lehrer, die an ihren Schulen als Leuchttürme fungieren, die Technik voranbringen und dieses ständige Gemeckere ertragen. Dennoch, die Welt der Kommentierfunktion ist groß und laut. Und leider damit auch berechenbar geworden. Ich verstehe auch jeden, der sich bei all dem lauten Gemecker wieder auf die „gute Schule“ verlässt, Tafelbilder mit Kreide erstellt – oder es auch einfach nicht anders kann, weil das Geld fehlt, denn auch das ist Realität in deutschen Schulen. Doch all den Systemkritikern, die jeglichen Wandel als Gefahr für Bildung und geistige Entwicklung sehen, wünsche ich einen größeren Blick aufs Ganze und ein wenig mehr Vertrauen auf den gesunden Menschenverstand, den sie mit ihrer Digitalkritik doch sowohl Lehrern als auch Schülern oft aberkennen.

Irrungen und Wirrungen im Alltag eines Nachhilfelehrers…

Heute war es wieder so weit. Ich geriet wieder an die magische Grenze.

Ich gebe bereits seit etlichen Jahren Nachhilfe. Anfangs als Schüler für Schüler, danach als Student. Man erlebt vieles, Nachprüflinge, die auf Krampf versetzt werden wollen, Schüler, die absolut gefrustet über Mathe sind und am liebsten das Fach vom Lehrplan streichen würden. Und dann gibt es solche, die offenbar Leistung über alles andere setzen.

Bereits vor einigen Jahren fragte mich eine Schülerin, ob ich ihr bei ihrer Facharbeit helfen könne. Es ging hin und her mit Mails, Anrufen, Bilder zu Erläuterungen, Termine vor Ort. Irgendwann kam dann eine Mail, da hatte ich den Glauben verloren. „Die Arbeit muss gut werden, mein Vater zahlt Ihnen, was Sie wollen!“ Ich war damals geschockt, immerhin kannte ich die Schülerin seit Jahren. Diesen Lösungsweg konnte ich ihr ausreden, sie sah ein, dass das ein Schnellschuss ohne großes Nachdenken war, dass sie ja einfach „nur die Note retten“ wollte. Wir vereinbarten neue Stunden, ihre Facharbeit hat sie daraufhin komplett selbst geschrieben – und auch eine gute Note dafür bekommen, auf die sie stolz sein konnte.

Seit damals ist viel Zeit vergangen, besagte Schülerin hat mittlerweile ihr Abitur in der Hand. Der Glauben an die Menschheit war wiederhergestellt. Bis heute.

Ein mir unbekannter Student schreibt mich auf mein Inserat im Internet an.

„Sorry, wollte dich nicht überfallen, aber ich studiere [Irgendwas Technisches] in [nicht mal ansatzweise in meiner Nähe] – ich schreibe morgen Mathe 3. Das ist mein letzter Versuch, ich muss das bestehen.  Kann ich dir morgen Fotos schicken und du löst die Aufgaben dann für mich? Den Stundenlohn verdopple ich dir, für dich besteht kein Risiko, Geld überweise ich dir dann über Paypal.“

Ich habe kurz überlegt, wie man auf so etwas antwortet. Letztendlich habe ich mich entschieden, gar nicht zu antworten und die Mail beim Inserate-Dienst als Spam zu melden. Kurz ging mir der Gedanke durch den Kopf: Wenn du jetzt nicht eh gerade Schüler hättest… würdest du das annehmen? Natürlich kam neben dem schlechten Gewissen auch gleich noch genug andere Gedanken auf: Was, wenn das mal einer rausfindet? Eine Stelle finden mit solch einer „Vorbelastung“ wird sicher unterhaltsam. Bin ich dann generell käuflich? Wo zieht man da die Grenze? Sind wir Nachhilfelehrer schon so weit unten angekommen, dass wir die Ghostwriter der Matheklausuren sind?

Kurzum, ich finde das irgendwie schade und bin wieder einmal von der Welt beeindruckt, dass sie mich nach all den Jahren immer noch hinterrücks eiskalt erwischen kann.

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#SooC1314: Spätes Faschings-Gimmick

Da ich ja so gar nicht der Karnevalstyp bin (für die Uneingeweihten: „Fasching“ ist die ostdeutsche Bezeichnung für Karneval, das lustige Fest, wo man sich Masken aufsetzt und total Jeck wird und so…), aber dennoch aktiv werden wollte, habe ich mir gedacht: Machen wir mal einen anderen Impulsbeitrag. In diesem Fall: Als kleine Minecraft-Beklopptheit.

In dem kleinen Video wird eigentlich nicht viel gezeigt, ich habe mir den SooC-Schriftzug nachgebaut und darauf eine Minecart-Strecke angelegt – also eine Schienenstrecke, auf der Loren automatisch fahren, sobald der Stromkreis aktiviert wird. Die gezeigte Schaltung ist eine sehr einfache, Minecraft kann deutlich mehr und lässt den Informatik/Mathematik-Nerd mit Spielsucht ein wenig im Inneren wieder leuchten.

Die Aufzeichnung erfolgte dabei über CamStudio, eine OpenSource Screen Capturing Software.

Hier der Downloadlink zum Video (knapp 7 MB, mp4 Format): Klick mich

#Merkblatt Vektoren again. Crossover vor Abschluss des Themas.

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